Shopware 6.7: Was das Update für Ihren Shop bedeutet
Shopware 6.7 verändert unter anderem die Administration und Teile des Standard-Checkouts. Vor einem Update müssen Erweiterungen, Anpassungen und Geschäftsabläufe geprüft werden.
- 01 · BestandVersion, Erweiterungen und Anbindungen erfassen
- 02 · TestKompatibilität und reale Kaufwege prüfen
- 03 · StartDatenabgleich und Rückweg vorbereiten
- 04 · BetriebBestellungen, Aufgaben und Schnittstellen beobachten
Jede Stufe braucht ein geprüftes Ergebnis, bevor die nächste beginnt.
Ein Versionswechsel ist eine Änderung am gesamten Shop
Shopware 6.7 enthält Änderungen, die vorhandene Erweiterungen und Anpassungen betreffen können. Der offizielle Upgrade-Leitfaden nennt unter anderem ein anderes Werkzeug zum Erstellen der Administration, Änderungen an deren Komponenten und überarbeitete Storefront-Vorlagen. Deshalb empfehlen wir, den Versionswechsel als Änderung am gesamten Shop zu planen.
Aus dem Titel dieses Beitrags folgt keine Empfehlung, genau Version 6.7 neu einzusetzen. Wählen Sie die Zielversion anhand der zum Umsetzungszeitpunkt geltenden Support- und Sicherheitshinweise, der Erweiterungen und der Betriebsumgebung. Die folgenden Prüfschritte sind unsere Planungsempfehlung; sie ersetzen nicht die Anleitung für die konkrete Ausgangs- und Zielversion.
Was sich in 6.7 konkret geändert hat
Für bestehende Shops sind beispielsweise diese Änderungen aus dem offiziellen Upgrade-Leitfaden für 6.7.0.0 relevant:
- Administration: Das Werkzeug zum Erstellen der Verwaltungsoberfläche wechselt von Webpack zu Vite. Plugins, die eigene Webpack-Konfigurationen verwenden, benötigen entsprechende Anpassungen; der Leitfaden beschreibt außerdem separate Plugin-Builds für 6.7.
- Eigene Verwaltungskomponenten: Die Vue-2-Kompatibilitätsschicht entfällt. Komponenten, die davon abhängen, müssen angepasst werden. Das betrifft die Administration, nicht pauschal jede sichtbare Seite des Shops.
- Storefront und Checkout: Die Standardvorlagen für die Auswahl von Zahlungs- und Versandarten werden geändert. Aktive Produktfilter werden als Schaltflächen statt als reine Textelemente ausgegeben. Überschreibt ein Theme die betroffenen Vorlagen, empfehlen wir einen gezielten Abgleich.
Diese Beispiele sind keine vollständige Änderungsliste. Sie zeigen, warum eine Aussage wie „das Theme sieht nach dem Update gleich aus“ für eine fachliche Abnahme nicht ausreicht.
Zuerst den Bestand verstehen
Notieren Sie die installierte Version, Betriebsumgebung und Erweiterungen. Erfassen Sie individuelle Anpassungen am Theme, eigene Plugins sowie Anbindungen an Warenwirtschaft, Zahlungs- und Versanddienste. Dokumentieren Sie auch geplante Änderungen, damit nicht gleichzeitig mehrere voneinander unabhängige Umbauten passieren.
Notieren Sie zu jeder Erweiterung, welche Aufgabe sie tatsächlich übernimmt und wer diesen Ablauf prüfen kann. Berücksichtigen Sie auch zeitgesteuerte Aufgaben und Übertragungen, die im Hintergrund laufen. Sprechen Sie dazu mit den Menschen, die Produkte pflegen, Bestellungen bearbeiten und Fehler im Betrieb bemerken.
Kompatibilität nicht nur als Häkchen betrachten
Prüfen Sie für jede benötigte Erweiterung, ob eine geeignete Version für das Zielsystem vorhanden ist. Herstellerangaben sind eine Grundlage für die Planung. Zusätzlich empfehlen wir Tests mit den eigenen Einstellungen und Daten. Bewerten Sie individuelle Erweiterungen und Theme-Anpassungen gesondert.
Übernehmen Sie keine veraltete Checkliste ungeprüft. Vergleichen Sie die technischen Voraussetzungen und Upgrade-Hinweise für die Ausgangs- und Zielversion und klären Sie, ob Zwischenschritte erforderlich sind. Der historische Leitfaden erwähnt Feature-Flags zum vorzeitigen Aktivieren einzelner Änderungen. Daraus sollte keine pauschale Aktivierungsanleitung für einen heute betriebenen Shop abgeleitet werden.
Eine Testkopie braucht klare Grenzen
Erstellen Sie eine geschützte Testumgebung mit einer geeigneten Kopie des Shops. Verhindern Sie echte Zahlungen, unbeabsichtigte Bestellmails und doppelte Übertragungen in produktive Systeme. Begrenzen Sie den Zugang zur Testkopie und verwenden Sie möglichst geeignete Testdaten, damit keine unnötige Kopie echter Kundendaten entsteht.
Führen Sie das Update dort zuerst aus und dokumentieren Sie notwendige Anpassungen. Wiederholen Sie den Ablauf so, dass er für den Produktivstart nachvollziehbar ist. Halten Sie Abhängigkeiten, Zuständigkeiten und die Ergebnisse der Wiederholung fest.
Testen Sie Geschäftsvorgänge statt Bildschirmfotos
Ein unverändertes Design beweist wenig. Prüfen Sie Suche, Filter, Varianten, Preisregeln, Warenkorb, Versand, Zahlungsarten, Bestellmails und interne Bearbeitung. Bei mehreren Verkaufskanälen müssen die tatsächlich unterschiedlichen Konfigurationen berücksichtigt werden.
Auch Hintergrundaufgaben und Schnittstellen gehören dazu: Werden Bestellungen vollständig übertragen? Werden Bestände aktualisiert? Laufen geplante Aufgaben? Können Mitarbeitende ihre üblichen Arbeiten durchführen? Halten Sie pro Test erwartetes Ergebnis und tatsächliches Ergebnis fest.
Barrierefreiheit bleibt eine eigene Aufgabe
Der Upgrade-Leitfaden beschreibt konkrete Änderungen am Standard. Das belegt noch nicht die Bedienbarkeit einer individuellen Kombination aus Theme, Erweiterungen und Inhalten. Prüfen Sie deshalb Tastaturbedienung, Fokus, Formularbeschriftungen und Fehlermeldungen im tatsächlich eingesetzten Checkout. Eine Versionsnummer ist kein Nachweis für die Erfüllung sämtlicher Anforderungen des BFSG; die Einordnung erläutert unser Beitrag zur Barrierefreiheit im Onlineshop.
Den Produktivstart mit Datenänderungen planen
Legen Sie Zeitpunkt, Zuständigkeiten und einen Rückweg fest. Klären Sie, ob und wie der Shop während der Umstellung Bestellungen annehmen kann. Wird die Datenbank vollständig durch einen früheren Sicherungsstand ersetzt, sind spätere Änderungen darin nicht enthalten. Planen Sie deshalb auch den Umgang mit Bestellungen, Zahlungen und sonstigen Daten, die nach diesem Sicherungszeitpunkt entstanden sind.
Nach dem Start werden Kaufwege, Schnittstellen, E-Mails und Logs erneut geprüft. Beobachten Sie auch Fehler, die erst bei geplanten Aufgaben auftreten. Erst wenn technische und geschäftliche Abläufe funktionieren, ist der Versionswechsel abgeschlossen.
Was eine belastbare Vorbereitung liefert
Am Ende sollten Zielversion, Kompatibilitätsliste, offene Anpassungen, Testprotokoll und Startplan feststehen. Damit wird der Aufwand überprüfbar. Wir empfehlen, die Aufwandsschätzung und die Entscheidung über den Start auf diese Unterlagen zu stützen.
Quellen und fachliche Einordnung
Die beschriebenen Änderungen sind im offiziellen Upgrade-Leitfaden für Shopware 6.7.0.0 dokumentiert, insbesondere in den Abschnitten zur Administration und zur Barrierefreiheit. Weitere Einzeländerungen enthält das Changelog dieses Versionsstands.
Bestandsaufnahme, Testabläufe und Startplanung sind unsere Empfehlungen für die Projektvorbereitung. Sie enthalten keine Zusage zu Dauer, Kosten oder rechtlicher Konformität. Versionsspezifische Hinweise müssen vor einem konkreten Update erneut abgeglichen werden.
Wenn Sie Hilfe brauchen
- Shopware – Wir entwickeln neue Shopware-Shops, begleiten Updates und Migrationen und übernehmen die laufende Wartung. Dabei bringen wir Gestaltung, technische Umsetzung und die Anforderungen Ihres Geschäfts zusammen.